Wie könnte es unserer Modau besser gehen?

Wenn die Forellen vom Rhein wieder in ihre Kinderstube nach Modau wandern können – dann würde es der Modau gut gehen. Foto: Heinz Gengenbach

Die Modau ist eines der schönen Flüsschen im vorderen Odenwald. Von ihrer Quelle an der Neunkircher Höhe bis nach Ober-Ramstadt kann sie noch häufig naturbelassen fließen. In den Ortslagen gibt es einige lauschige Plätze, die die Aufenthaltsqualität in den Orten erhöhen. Ab Eberstadt ist sie leider meist kanalisiert und zwischen Dämmen eingebunden bis zur Mündung bei Stockstadt am Rhein.

Ihren Schrecken als unheilbringender Hochwasserfluss hat die Modau weitgehend verloren, seit in Ober-Ramstadt das Rückhaltebecken und bei Herchenrode ein Hochwasserpolder errichtet wurde, der den Wasserdurchfluss reguliert und trotzdem Fischwanderungen ermöglicht. Ober-Ramstadts Rückhaltebecken hingegen versperrt für alle Wasserlebewesen den Weg in beide Richtungen. Zusätzlich begünstigt der Dauerstau des Beckens erhöhte Schlammablagerung (die in regelmäßigen Abständen für signifikante Millionenbeträge als Sondermüll entsorgt werden muss).

Die Kosten dafür tragen die Kommunen und somit die Bürger und Bürgerinnen des Wasserverbands Modau. Außerdem verhindert der Dauerstau des Rückhaltebeckens den Weitertransport ökologisch wichtiger Kiesfrachten, die im weiteren Verlauf Sandbänke bilden könnten und damit für das Ablaichen der Fische eine wichtige Funktion hätten. Einige Fischarten sind hierdurch in der Modau nicht mehr anzutreffen.

Aber es gibt Hoffnung: Eine Machbarkeitsstudie zu Entwicklungsmöglichkeiten des Rückhaltebeckens aus dem Jahr 2021 zeigt Alternativen auf. Durch eine kluge Weiter­entwicklung des Beckens könnten ökonomische und ökologische Belange unter einen Hut gebracht werden. Zugleich müssten Ober-Ramstadts Bürger und Bürgerinnen nicht auf einen See verzichten, der zum Verweilen am Wasser oder dem Sonntagsspaziergang mit der Familie einlädt. 

Durch ein seitlich an der Talsohle vorbeigeführtes Fließgewässer mit einer kleineren Seefläche könnten die Belange des Naturschutzes (Rückzugsgebiete für Fledermäuse, Wasservögel und Amphibien, freie Fischwanderung), der Wartung (Erreichbarkeit der sicherheitsrelevanten Anlagenbauteile), der Freizeitgestaltung und der Ökonomie (geringere Wartungs- und Unterhaltungskosten in den Folgejahren) erfüllt werden. Eine Win-Win-Situation für Natur, Freizeitgestaltung der Bürger und Bürgerinnen und die öffentlichen Kassen.

Der Hochwasserschutz wird dadurch verbessert, weil ein weitgehend leeres Becken mehr Wasser aufnehmen kann als eines im Dauerstau. Durch eine verringerte Aufwärmung des Modauwassers ist auch ein höherer Sauerstoffgehalt der Modau zu erwarten, was den meisten Lebewesen im Fluss zugutekommt. Außerdem würde der „Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“ (EWRRL) Rechnung getragen, die die Durchgängigkeit aller Fließgewässer sowie eine Verbesserung deren Wasserqualität bis zum Jahr 2027 fordert.

Für Freitag, den 15.11.24 von 18.00 bis 19.00 laden Bündnis 90/Die Grünen Ober-Ramstadt wieder zu einer Happy Hour ein. Die Veranstaltung findet im Café Central statt. Alle Getränke werden mit einem Euro gesponsert. Über diese und andere Fragen und Ihre Ideen dazu wollen wir gemeinsam sprechen. Aber auch weitere Themen, die Ihnen auf dem Herzen liegen, werden wir gerne diskutieren. Wir freuen uns auf den Austausch!

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